Bahn frei! Das unüberhörbare Signal des Rettungsdienstes

Sie sind zwar nicht wirklich Musik für die Ohren, doch das eingestrichene a und das zweigestrichene d schaffen es, dass Autos zur Seite fahren, Radfahrer ausweichen und Fußgänger am Bordstein stehen bleiben. Typisch Martinshorn eben!

Typisch Martinshorn

Das Tatütata im Rettungseinsatz

Der Stress geht los, wenn im Straßenverkehr vor oder hinter dem eigenen Fahrzeug – ja von wo überhaupt? – die Sirene eines Krankenwagens ertönt. Es ist das Martinshorn genannte Folgetonhorn, das man hört und das als akustische Einrichtung an Rettungsfahrzeugen eine bestimmte Tonfolge erzeugt. Diese warnt andere Verkehrsteilnehmer und veranlasst sie, dem Einsatzfahrzeug freie Bahn zu gewähren. Sie wird bei Einsatzfahrten mit dem Blaulicht kombiniert. Andere Tonfolgen sind unzulässig.

Volle Lautstärke für volle Aufmerksamkeit

Damit es frühzeitig gehört wird und die Umgebung rechtzeitig reagieren kann, übersteigt die Lautstärke des Martinshorns mit 120 Dezibel die Lautstärke des Umgebungslärms. Die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) beschreibt im Paragraph 55 Absatz 3, dass Blaulicht führende Fahrzeuge „mit mindestens einer Warneinrichtung mit einer Folge von Klängen verschiedener Grundfrequenz (Einsatzhorn) ausgerüstet“ sein müssen.

Blaulicht plus Martinshorn

Ist ein Rettungswagen mit Blaulicht, aber ohne Martinshorn unterwegs, handelt es sich nicht um einen medizinischen Notfall. Ist aber höchste Eile geboten, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, dann ist das Rettungsfahrzeug gesetzlich verpflichtet, Blaulicht und Martinshorn gleichzeitig einzusetzen. Jetzt besteht ein Rettungseinsatz und es gilt das Wegerecht des § 38 der Straßenverkehrsordnung: „Alle übrigen Teilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.“

Der Ursprung des Martinshorns

Eigentlich heißt das Martinshorn „Martin-Horn“ und ist ein Markenname der Herstellerfirma Firma „Martin“ in Baden-Württemberg. Im Jahr 1932 bekam man dort den Auftrag, ein gesetzlich vorgeschriebenes Horn als Sondersignal für bevorrechtigte Wegebenutzer zu entwickeln – bei der über hundertjährigen Erfahrung in der Produktion von Hörnern, Jagdhörnern und Kavallerietrompeten war dies kein Problem. Man entschied sich für einen Signalton, den man von der Jagd oder auch von den berittenen Soldaten der Kavallerie kannte und der sich von der regulären Autohupe unterschied: die bis heute übliche, berühmte Quarte.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Die Tonhöhe, die Lautstärke, die Länge der Pausen zwischen den Tönen, die genaue Tonfolge des Martinshorns ist in Deutschland einheitlich festgelegt. In der DIN 14610 „Akustische Warneinrichtungen für bevorrechtigte Wegebenutzer“ ist die Regelung festgeschrieben. Außerdem sieht die Norm zwei verschiedene Signale für Nutzung auf dem Land und in der Stadt vor, Die Einstellung heißt entsprechend „Landhorn“ bzw. „Stadthorn“. Das stadtangepasste Signal hat tiefere Töne als das Landhorn. Sie werden stärker wahrgenommen, da sie die Dämmeffekte von Fahrzeugen und Gebäuden besser überwinden als höhere Töne.

Ein akustisches Phänomen

Zur Übermittlung des akustischen Warnsignals benutzt man heute Starktonhörner, elektronische Tonfolgeanlagen und Druck- bzw. Pressluftfanfaren. Die originalen Martinshörner von Feuerwehr und Rettungswägen werden mit Druckluft betrieben, die Luft wird dabei durch eine Art Trompete gepresst. Das ist richtig laut! Und jeder kennt dabei diese Alltagssituation: Mit laut aufheulendem Martinshorn nähert sich ein Krankenwagen. Der Ton der Sirene ist hoch und schrill, während das Fahrzeug auf einen zukommt – kaum ist es vorbeigefahren, wird er schlagartig tiefer. Das ist der Doppler-Effekt.

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